In diesem Blog möchte ich dir aufzeigen wie Kinder in der Trauer begleitet werden können.

1. Was bedeutet „einfühlsame“ Trauerbegleitung für Kinder?

In schwierigen Zeiten, wie dem Verlust eines Elternteils, ist einfühlsame Trauerbegleitung für Kinder sehr wichtig.
Kinder brauchen Unterstützung und Verständnis, um mit ihrer Trauer umgehen zu können. Trauerbegleiter spielen hierbei eine wichtige und grosse Rolle. Sie helfen den Kindern mit ihren Emotionen umgehen zu können und langsam zu verarbeiten. Durch einfühlsame Begleitung können Kinder lernen, mit dem Verlust ihrer Trauer umzugehen.
Die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen ist das A und O eines Trauerbegleiters.

2. Wie bereite ich ein Kind auf den Verlust eines Elternteils vor?

Einen Elternteil zu verlieren ist der grösste Verlust für ein Kind.
Ob es eine „richtige“ Vorbereitung gibt, kann ich nicht sagen.
Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist,  dass mit dem Kind sanft und einfühlsam über den Tod gesprochen werden soll.
Es versteht sich sicher von selbst, dass darauf geachtet wird, dass es altersgerecht sein sollte.

Der Tod sollte kein Tabu-Thema sein.

Durch offene Gespräche und klare Antworten können Kinder besser verstehen, was passiert ist und wie sie mit ihren Gefühlen umgehen können.
Es ist wichtig, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der Kinder ihre Fragen stellen können und Unterstützung finden.
Auch Ritualen und Erinnerungsstücken können helfen, den Verlust zu verarbeiten und sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Trauerbegleitung spielt hierbei eine wichtige Rolle. Die Trauerbegleitung gibt Raum für Emotionen und begleitet die Kinder durch diesen schweren Schicksalsschlag. Mit Empathie und Verständnis können wir den Kindern helfen, mit dem Verlust umzugehen und langsam wieder ins Leben, auf ihren Weg, zu finden.

3. Und was ist nun die die Rolle eines Trauerbegleiters?

Bei einem so grossen Verlust brauchen Kinder einfühlsame Trauerbegleiter, die ihnen Halt und Unterstützung geben.
Da jeder Angehörige selbst zu „kämpfen“ hat ist es wichtig, dass die tragende Rolle nicht auch noch selbst übernommen wird.
Es ist wichtig, dass jedes Familienmitglied sich auf sich selbst konzentrieren kann und mit seinen eigenen Emotionen und Gefühlen wieder klar kommt.
Denn wie wir ja wissen, kannst du nur jemanden helfen, wenn es dir auch wirklich gut geht.
Die Rolle des Trauerbegleiters ist sehr wichtig, um die Kinder in ihrer Trauer zu begleiten, unterstützen, Vertrauen aufzubauen und sie auf ihrem Weg des Loslassens zu begleiten. Trauerbegleiter helfen dabei, die Emotionen der Kinder zu verstehen und bieten einen sicheren Raum für den Prozess der Trauerverarbeitung.
Durch das Zusammenarbeiten mit einem Trauerbegleiter haben die Kinder auch nicht wirklich das Gefühl, den anderen, trauernden, Elternteil zu belasten.

4. Methoden und Strategien für eine einfühlsame Trauerbegleitung bei Kindern

Methoden und Strategien sind wichtig, um eine individuelle Trauerbegleitung bei Kindern zu haben. Es ist wichtig, altersgerechte Gespräche zu führen. Gespräche in denen alles Platz haben darf. Sei es Wut, Angst, Verletztheit, Verzweiflung,… alle Emotionen haben Platz und dürfen raus gelassen werden.
Kreative Ausdrucksformen wie Malen, Spielen oder Geschichtenerzählen können helfen, den Trauerprozess zu erleichtern.
Rituale und Erinnerungsstücke können ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, um den Kindern Trost zu spenden und sie in ihrer Trauer zu begleiten. Ein Trauerbegleiter braucht sehr viel Einfühlungsvermögen und Geduld für eine erfolgreiche Begleitung eines trauernden Kindes.

5. Die Bedeutung von Ritualen und Erinnerungsstücken in der Trauerarbeit mit Kindern

Die Bedeutung von Ritualen und Erinnerungsstücken in der Trauerarbeit mit Kindern ist von unschätzbarem Wert. Durch das Einbeziehen von speziellen Ritualen und persönlichen Gegenständen können Kinder Trost und Stabilität finden. Diese Rituale helfen den Kindern, den Verlust ihres Elternteils besser zu verstehen und zu verarbeiten. Indem sie sich aktiv an diesen Ritualen beteiligen, können sie ihre Emotionen ausdrücken und einen Raum für Trauer und Erinnerung schaffen. Erinnerungsstücke wie Fotos, Lieblingsobjekte oder gemeinsame Erlebnisse können eine Brücke zur Vergangenheit bilden und den Kindern dabei helfen, den Papa oder die Mama immer Herzen zu haben. Durch die Ritualen und Erinnerungsstücke wird die Trauerbegleitung für Kinder einfühlsamer und stärker. Sie geben den Kindern die Sicherheit, es bald auch „alleine“ im Leben wieder zu packen.

6. Wie Lehrer, Erzieher und andere Bezugspersonen helfen können

Trauerbegleitung im Alltag ist auch eine wichtige Aufgabe für Lehrer, Erzieher und andere Bezugspersonen von trauernden Kindern.
Es ist wichtig, dass diese Bezugspersonen offen für Gespräche sind und den Kindern Zeit und ein offenes Ohr schenken.
Durch einfühlsame Gespräche können sie den Kindern helfen, auch im Alltag wie Schule, Hobbys,…  langsam wieder ihren Weg zu finden. Es ist auch wichtig, den Kindern Sicherheit und Stabilität zu vermitteln, damit sie sich in der Schule und im Alltag geborgen fühlen. Lehrer und Erzieher können unterstützende Rituale oder Aktivitäten, auch in Absprache mit dem Trauerbegleiter, in den Schulalltag integrieren, um den Kindern beim Umgang mit ihrer Trauer zu helfen. Durch ihre Präsenz und Fürsorge können sie einen wertvollen Beitrag zur Trauerbewältigung der Kinder leisten.

7. Lange und viele Gespräche sind überaus wichtig in der Trauerbegleitung

Der achtsame Umgang mit Emotionen und Fragen steht im Mittelpunkt einer einfühlsamen Trauerbegleitung. Durch offene und ehrliche Gespräche können Gefühle, Ängste, Sorgen, oder auch Fragen besprochen werden.
Es ist wichtig, den Kindern zuzuhören, sie in ihren Emotionen ernst zu nehmen und ihnen dabei zu helfen, diese zu verstehen.
Diese intensiven und ehrlichen Gespräche dienen nicht nur dazu, Antworten zu geben. Sie sollen auch aufzeigen, dass es auch nicht immer für alles Antworten geben kann und dies ok. ist so.
Auch dienen sie dazu, Vertrauen aufzubauen und eine unterstützende Beziehung zu den Kindern aufzubauen, indem Trauerbegleiter einfühlsam und geduldig auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen und sie in ihrem individuellen Trauerprozess begleiten.
Eine respektvolle und verständnisvolle Kommunikation schafft eine Atmosphäre des Vertrauens und der Geborgenheit, in der Kinder sich geborgen fühlen und lernen können, mit ihren Emotionen umzugehen. Auch ist es wichtig zu verstehen, dass ein Trauerbegleiter nicht auf alles eine Antwort weiss. Auch ein Trauerbegleiter darf mal etwas nicht wissen.
Den trauernden Kindern tut es gut, dass auch die Erwachsenen nicht immer alles wissen, sie aber vertrauen, dass alles gut kommt.

8. Wie grenzt sich ein Trauerbegleiter ab?

Abgrenzung ist ein entscheidender Aspekt der Trauerbegleitung. Ein Trauerbegleiter ist täglich mit den Emotionen und Schicksalen anderer konfrontiert. Daher ist es sehr wichtig, auf  sich selbst zu achten.
Wichtig ist dafür, dass bewusst Auszeiten genommen werden um Kraft zu tanken und die eigenen Gefühle zu reflektieren.
Abgrenzung bedeutet nicht egoistisch zu sein, sondern sich selbst die nötige Aufmerksamkeit und Liebe zukommen zu lassen, um weiterhin einfühlsam und stabil für die trauernden Kinder und Familien da sein zu können.
Nur ein Trauerbegleiter welcher auf sich selbst gut achtet, wird seine Berufung noch lange ausüben und Freude verspüren können.

9. Sich Hilfe zu holen ist kein Akt der Schwäche

Der Verlust eines geliebten Menschen ist immer ein grosser Verlust im Leben. Es hinterlässt eine riesige Narbe, welche am Anfang schmerzt und nur langsam verheilt.
Wenn dann noch Kinder unter den Trauernden sind, ist es wichtig und richtig, sich Hilfe zu holen. Zum Wohle der Trauerenden selbst und natürlich den Kindern.
Hilfe zu holen ist kein Akt der Schwäche. Es zeigt Stärke. Denn nur wer an sich selbst arbeitet wird stärker und kann so auch anderen Menschen helfen stark zu werden.

Also ganz umfassend gesagt, ist eine einfühlsame Trauerbegleitung eine wesentliche Stütze für Kinder in der Zeit des Verlustes.
Durch das da sein von empathischen Trauerbegleitern können trauernde Kinder auf ihrem Weg begleitet und unterstützt werden.
Mitgefühl und Verständnis so wie Zeit und Liebe braucht es, um den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.
Rituale und Erinnerungsstücke bieten einen wichtige Ankerpunkte für die Kinder, um mit ihrer Trauer umzugehen.
Bei dem ganzen Trauerprozess ist es sehr wichtig, dass auch Lehrer, Erzieher und andere Bezugspersonen eingebunden sind, um den Kindern im Alltag beizustehen. Intensive und ehrliche Gespräche über Emotionen und Fragen ist ein muss für die Trauerbegleitung,
um den Kindern Raum für ihre Gefühle zu geben.
Letztendlich ist aber auch die Abgrenzung für Trauerbegleiter sehr wichtig, damit diese wunderschöne Arbeit noch lange und mit Freude gemacht werden kann.

Danke an alle Menschen, die sich helfen lassen und danke an alle Menschen, die sich die Zeit nehmen zu helfen. 💛

Mit jedem Abschied kommt auch die Trauer.

Die Trauer. Ein Schmerz. Eine Angst. Eine Narbe.

Das Thema Trauerverarbeitung ist sehr wichtig und kann für viele Menschen eine schwierige Zeit sein.

Jedoch ist wichtig, sich Zeit zu nehmen, um zu trauern und sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen.

Es ist auch wichtig, sich selbst zu erlauben, traurig zu sein und die Trauer zuzulassen, anstatt sie zu unterdrücken.

Jeder trauert auf seine eigene Weise und es gibt kein „richtiges“ oder „falsches“ Vorgehen.

Viele Menschen fürchten die Trauer. Wenn jemand einen geliebten Menschen verloren hat, wenn eine Beziehung zu Ende geht, kommt diese Person in einen unbekannten Zustand.

Er fühlt sich selbst nicht mehr. Gefangen in einer unbekannten Energie.
Tränen gehören plötzlich zum Alltag.

Es kann Wut entstehen oder gar Ausweglosigkeit und du hast das Gefühl, dass ein Teil von dir gestorben sei.

Trauerende Menschen durchlaufen verschiedene Trauerphasen.

Der Umgang mit der Trauer ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Wie aber jetzt mit der Trauer umgehen?

Die Trauer nach einem Verlust kann in 4 Phasen geteilt werden (nach Verena Kast).

 

1. Nicht-Wahrhaben-Wollen

Diese Phase ist der Anfang des ganzen Trauerprozesses. In dieser 1. Phase will der Trauernde nicht wahrhaben, dass er jemanden verloren hat (sei es durch den Tod oder durch ein Beziehungsende). Oft versuchen die Trauernden auch den Verlust zu leugnen oder haben das Gefühl, dass sie bald aufwachen werden. Es sei alles nur ein Traum.

Wie lange diese Phase andauert, hängt vom Trauernden ab. Ob Tage, Wochen oder Monate ist nicht relevant. Wichtig ist, dass der Trauernde weiss, dass es Menschen gibt, die ihn begleiten oder helfen, wenn er dies braucht.

Gerade in dieser Phase kann Hilfe bei der Vorbereitung für Beerdigungen oder Trauerkarten schreiben wichtig sein.

 

2. Phase: Aufbrechende Emotionen

In dieser 2. Phase kommen die Emotionen und Reaktionen auf das Geschehnis.
Es könne verschiedene Emotionen raufkommen. Von Wut, Angst, Ärger, Verwirrung aber auch Schuldgefühle.

Wichtig in dieser Phase ist, dass alle Gefühle zugelassen werden. Kein Gefühl sollte einfach runtergeschluckt oder verdrängt werden.

Es braucht Zeit die Gefühle anzunehmen und richtig verarbeiten zu können. Deswegen kann diese Phase auch schon mal Jahre in Anspruch nehmen.

 

3. Phase: Suche, Wiederfinden, sich trennen

Jetzt geht es um die Auseinandersetzung. Was ist geschehen? Was brauche ich, was muss ich tun damit ich mich wieder finden kann?
Gerade bei einem Verlust eines geliebten Menschen, suchen die Trauernden oft Orte auf, bei welchen sie gute Erinnerungen haben.
Orte, an denen sie mit dem Verstorbenen schöne Stunden erlebt haben.

Das Sprechen mit den Verstorbenen ist auch sehr wichtig. So kann die Trauer verarbeitet und Abschied genommen werden.
Wichtig dabei nicht zu vergessen ist: Abschied nehmen heisst nicht, vergessen!

Auch diese Phase kann einige Monate dauern.

 

4. Phase: neuer Selbst- und Weltbezug

In dieser letzten Phase geht es um die Planung des weiteren Lebens.
Der Schmerz über den Verlust tritt langsam in den Hintergrund. Der Verlust wird langsam akzeptiert. Was bleibt ist eine Narbe im Herzen, welche die Erinnerung an einen geliebten Menschen zeigt.

 

Richtiges Trauern ist sehr wichtig. Eine Trauerphase kann bis zu 5 Jahren dauern. 

 

Da es von Mensch zu Mensch wieder unterschiedlich ist, möchte ich dir gerne hier ein paar Punkte schreiben welche evtl. bei der Trauerverarbeitung helfen können.

  • Ganz wichtig, die Trauer zu lassen. Alle Emotionen müssen raus. Ob Wut, Traurigkeit oder Erschöpfung. Lass alles kommen, wie es kommt. Nimm dir die Zeit und gib deinen Emotionen Raum!
  • Nimm dir Zeit für dich. Fühl dich nicht verantwortlich für andere. Denn wenn du die Trauer nicht verarbeitet hast, kannst du auch nicht für anderen da sein.
  • Wenn du gerne schreibst, schreibe so viel du magst.
    Schreibe zum Beispiel auch dem Verstorbenen einen Brief. Schreibe, was du fühlst, wie es dir geht, an was du dich gerne erinnerst,… einfach alles, was dir gerade einfällt. Am Schluss kannst du den Brief entweder behalten, mit einem Ballon in die Luft lassen oder verbrennen.

Wenn du merkst, dass du Hilfe brauchst, nimm sie an. Lass nicht zu, dass dein Ego dich hindert. Nimm für dich an, was du in dieser Zeit brauchst.

Hilfreiche Unterstützung findest du sicher bei Freunden, Familie oder professionellen Therapeuten.

In dem du trauerst, dir Zeit für die Trauer nimmst, entgegnest du auch dem Verstorbenen nochmals die Liebe und den Respekt zu ihm. 💛

Wenn die Trauer dann durch ist, wird eine Narbe bleiben.

Diese Narbe soll dich an die schöne Zeit erinnern, welche ihr zusammen hattet. Schaue die Narbe bitte nicht als etwas Negatives an. Jede Narbe trägt Erinnerungen.

Lass auch diese Erinnerungen immer wieder zu und lächle dabei. Das zeigt die Liebe zum Verstorbenen nach der Trauerphase. 💛

Lass dir von niemandem einreden, wie lange du trauern sollst. Du alleine weisst, wie es in dir drinnen aussieht.

Wichtig ist, auf sich selbst zu achten und sich die Zeit zu nehmen, die man braucht, um den Verlust zu verarbeiten.

Die geliebten Menschen sind nicht „weg“. Sie sind noch da. Halt einfach anders. 😉

Anstatt sie physisch zu sehen, geht es über eine Urkraft welche wir in uns tragen. Leider vertrauen wir dieser heut zu tage viel zu wenig.

Es ist das Herz. Das Fühlen und das Wahrnehmen.

Sprich mit deinem Verstorbenen so, als wäre er noch physisch da. Dann fühle in dich hinein. Was spürst du? Was nimmst du wahr?

Spüre die Energie des Verstorbenen und lasse dich einige Minuten auf diese Energie ein.

Auch dies kann bei einer Trauerverarbeitung helfen.


Und falls du gerade jetzt in grosser Trauer bist, wünsche ich dir von Herzen viel Kraft, Liebe und Vertrauen.
💛